Märchen der Brüder Grimm

Die Kristallkugel

zusammengefasste inhaltliche Darstellung für Erwachsene                           18.1.2015

 

Eine Zauberin hat drei Söhne die sich brüderlich lieben. Sie hat Angst, dass ihre männlichen Nachkommen ihr die Macht rauben, und will deren Entwicklung auf animalischer Ebene festhalten. Das gelingt ihr bei dem Erstgeborenen, er muss als Adler auf einem Felsengebirge hausen. Es gelingt ihr bei dem Zweitgeborenen, er muss als Walfisch im tiefen Meer leben. Der Jüngste fürchtet in ein wildes Raubtier verwandelt zu werden und geht heimlich fort.

Er entschließt sich das Schloss der goldenen Sonne zu suchen.

 

Auf seinem Weg trifft er zwei Riesen, die sich um einen Wunschhut streiten, mit dem man sich augenblicklich an jeden Ort begeben kann. Der Jüngling will diesen Streit schlichten, indem er einen Wettlauf vorschlägt. Er nimmt den Hut und geht die Laufstrecke entlang. Währenddessen vergisst er die Riesen, träumt von der Königstochter im Schloss der goldenen Sonne und wünscht sich dahin. Schon ist er da.

Er findet sie im sonst leeren Schloss und erschrickt über das hässliche Aussehen der wegen ihrer Schönheit gerühmten Prinzessin. Sie hat aber einen Spiegel, der sich nicht von dem Zauber täuschen lässt. Darin erblickt der Jüngling ihr wahres Bild. Ihre Traurigkeit rührt ihn und er will sie erlösen, obwohl das bereits dreiundzwanzig Jünglinge vor ihm ohne Erfolg versucht haben und dabei ihr Leben lassen mussten. Sein Versuch ist der letztmögliche.

 

Von der Königstochter erfährt er, dass ein Zauberer ihre Erscheinung verwandelt hat und wie seine Macht gebrochen werden kann. Zunächst muss ein Auerochse an der Quelle des Berges bewältigt und getötet werden. Gelingt das, steigt aus ihm ein feuriger Vogel auf, der in seinem Leib ein glühendes Ei trägt. Als Dotter steckt in diesem Ei eine Kristallkugel. Der Feuervogel muss gedrängt werden, das Ei fallen zu lassen. Es darf aber nicht auf die feste Erde fallen, da es dann alles in seiner Umgebung in Brand versetzt und die Kristallkugel schmilzt. Gelingt es, die Kristallkugel heil dem Zauberer vorzuhalten, bricht das seine Macht und die Königstochter bekommt ihre wahre Gestalt zurück.

 

Der Jüngling findet das Urtier, kämpft mit ihm und kann es besiegen. Als der Feuervogel sich in die Lüfte schwingt, stürzt ein Adler herbei und jagt ihn solange dem Meer entgegen, bis er das Ei fallen lässt. Es fällt nicht, wie gewollt, ins Wasser sondern auf eine Fischerhütte am Ufer, aus der sofort Rauch aufsteigt. Ein Walfisch schiebt sogleich haushohe Wellen auf das Häuschen, die das Feuer bezwingen. Der Jüngling findet in der Hütte das Ei bereits zerbrochen aber die Kristallkugel noch unversehrt. Er trägt sie zu dem Zauberer und als dieser sie erblickt, ist seine Zaubermacht gebrochen.

Die Königstochter erstrahlt wieder im Glanz ihre Schönheit. Auch bei den Brüdern ist der Zauberbann gebrochen und sie erhalten ihre menschliche Gestalt zurück. Der Jüngling wird König auf dem Schloss der goldenen Sonne und wechselt mit der Königstochter die Ringe zum Ehebund.


 

 

Anregung zur Deutung von Seelenentwicklung

 

In dem Märchen 'Die Kristallkugel' geht es um die Überwindung bannender Macht egoistischer Kräfte.

 

Ein weiblicher Seelenteil hat sich egoistischen Kräften verbunden. Männliche Nachkommen , drei Söhne, wurden geboren, die eine Weiterentwicklungen symbolisieren. Sie bilden hier eine seelische Einheit des männlichen Seelenteils. Aus Furcht vor eigenem Machtverlust versucht die mütterliche egoistische Kraft zukünftige Entwicklungen in der tierischen Natur des Menschen zu halten. Der erste Sohn, der Vollender, wird in einen Adler, mythologisch der Geist der Freiheit, und der zweite Sohn, der Bewahrer, in einen Walfisch, ein Hüter des alten Wissens, in voneinander getrennte Gebiete gebannt.

Der dritte Sohn, der Erneuerer, befürchtet, dass seine realisierenden Tatkraft in der Gestalt eines Raubtieres fixiert wird und entweicht dem Zugriff. Sein Wünschen zielt zum Schloss der goldenen Sonne, dem sicheren Hort, wo reine lichte geistige Kräfte das leitende Prinzip sind.

 

Auf seinem Weg dahin begegnet der Jüngling sich streitenden Riesen, die unbewusste grobe körperliche Kräfte symbolisieren, und will schlichten. Dafür überreichen die Riesen seiner Intelligenz ihren Wunschhut. Absichtslos verhilft ihn dieser unmittelbar in das Schloss der goldenen Sonne zu gelangen.

Das findet er leer bis auf die Königstochter, deren berühmte Schönheit von männlichen egoistischen Kräften in eine hässliche Erscheinung verwandelt wurde. Ein Spiegel, der sich nicht täuschen lässt, zeigt die reine schöne weibliche Seele.

 

Nach dreiundzwanzig Versuchen kann nur die mutige Tatkraft der männlichen Seele diesen Zauber erlösen. Dafür kämpft der Jüngling am Fuße des Berges mit einem Auerochsen, der Urkraft des Eigenwillens, und kann ihn vollständig überwinden. Ein Feuervogel, dem Sinnbild reinigender Gedankenkräfte, steigt aus ihm auf. Er trägt ein glühendes Ei in sich, das ungeborene spirituelle Kräfte repräsentiert. Das birgt als Dotter eine Kristallkugel, dem Sinnbild bereits bewusst von der Seele gereinigter geistiger Kräfte.

Ohne gedrängt zu werden, also ohne spirituelle Bewusstseinsarbeit, gibt der Feuervogel das Ei nicht frei. Das zu tun, stellt sich als Aufgabe des Adlers, dem Teil der Seele, der sich aus der emotionalen Gebundenheit bereits befreit hat. Das Ei fällt nicht wie gewünscht und setzt eine menschliche Behausung am Meer in Brand. Den löscht weisheitsvolles Wissen mit lebenspendendem Wasser. Das Ei ist in der Hitze geborsten, aber die Kristallkugel kann heil geborgen werden.

 

Schon der Anblick ihrer reinen Lichtkräfte vernichtet jegliche egoistische Macht. Das erlöst den animalischen Bann der Bruderseelen und bringt der weiblichen Seele ihre ursprüngliche Schönheit zurück.

Die männliche Seele, vereint als Geist der Freiheit, Hüter alten Wissens und realisierende Tatkraft, hat sich bewährt und herrscht nun als König mit vollkommener Macht vor allem über sich selbst. Nun hat sie Anteil am Höheren Selbst und kann sich mit der reinen weiblichen Seele  mittels goldener Eheringe verbinden.

 

So

10

Jan

2016

Das Siebte Große Prinzip des Kybalion heißt Duale Einheit

 

 

Doch stellt euch vor, eure empfindsame innere Künstlerin mit all ihren wundervollen Ideen würde mit eurem inneren Männlichen zusammenarbeiten. Künstlerin und Manager zusammen wären ein nicht aufzuhaltendes erfolgreiches Team!

 

Doreen Virtue

mehr lesen 0 Kommentare